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Mo, 19.08.2019„Und wenn niemand schuld wäre ... ?"

Workshop mit Jan Möllers (1. Reihe v. li, hockend) bei der 11. Oldenburger Hospiztagung im Ev. Bildungshaus Rastede.

Methodenvielfalt auf der Hospiztagung. Jam Möllers zeigt Körperübungen

Workshop mit Dorothee Breger ( v. li. 2. Reihe) und Thekla Roehrs (v. re., 1. Reihe)

Schuldkonzepte hätten bei Krisen den Sinn, um Menschen zu stabilisieren. Mit diesen Worten stimmte der Referent Jan Möllers, Kulturanthropologe, Bestatter und Trauerbegleiter aus Berlin, auf der 11. Oldenburger Hospiztagung die über 30 Teilnehmenden ein. Die Tagung fand vom 16. bis 18. August unter Leitung von Pfarrerin Martina Rambusch-Nowak im Ev. Bildungshaus Rastede zum Thema „Schuld und Vergebung im Prozess der Trauer“ statt.
   
Möllers führte mit einem Vortrag auf der Grundlage von Chris Pauls Ansatz, welchen sie in ihrem Buch „Schuld.Macht.Sinn“ dargelegt hat, in die Schuldthematik ein. Schuldkonstrukte haben für diejenigen, die sie bauen, einen Sinn. „Sie sind wichtig, weil sie unsere Werte und Normen in dieser Welt aufrechterhalten oder weil sie uns vor größerer Not bewahren und Bedürfnisse, die durch Tod und Verlust nicht mehr befriedigt werden können, auf ihre Art beantworten“, erläuterte er den interessierten Teilnehmenden.
   
Am Samstag gab es fünf Workshops für die Ehrenamtlichen. In einem Workshop von Jan Möllers ging es darum, Schuldvorwürfe nicht als „Störfaktoren" zu missachten, sondern konstruktiv zu verstehen und zu begleiten, - geleitet von der Frage: was braucht dieser Mensch an Unterstützung und Begleitung in seinem Trauerprozess?
   
Pastorin Theka Röhrs, die als Seelsorgerin in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Bremen tätig ist, und Traumatherapeutin Dorothea Breger boten zum Umgang mit Schuldgedanken in der Trauer ebenfalls einen gut besuchten Workshop an.
   
„Diese Hospiztagung ist wie eine Tankstelle, für mich persönlich und für meine Arbeit“, stellte eine begeisterte Ehrenamtliche in der Hospizarbeit fest. Kreative Zugänge zum Thema zeigten am Nachmittag der Kunstpädagoge Karl­Ulrich Spieß und der Referent für Kulturelle Bildung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg und Theaterpädagoge Uwe Fischer. Darüber hinaus konnten sich die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit durch einen Bibliolog und einen von Pfarrerin Rambusch-Nowak durgeführten Pilgerweg dem Thema Schuld und Trauer annähern. Den Samstagabend rundete ein gelungener Auftritt von Norbert Stieglitz als Clown „Magic Alfredo" ab.
    
„Trauerbegleitung und Hospizarbeit gehören zu den wesentlichen kirchlichen Aufgaben. Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg unterstützt diese wichtige Arbeit durch die enge Kooperation des Referats Seelsorge mit dem Ev. Bildungshaus Rastede", so Leiterin Martina Rambsuch-Nowak.

 


Hinweis zur inhaltlichen Verantwortung

Inhaltlich verantwortlich für die hier angezeigten Meldungen ist die Pressestelle der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Bei Hinweisen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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